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Allergie-Guide: Arten, Behandlung, Medikamente, Tipps und Tricks

Allergie Guide Pollenallergie Hausstauballergie
Foto: Pixabay.com / blickpixel
geschrieben von Christina

Für viele Menschen sind Allergien ein ständiger Begleiter und ein Alltag ohne Beschwerden nicht mehr vorstellbar. Welche Allergie-Arten gibt es eigentlich und wie sieht die Behandlung aus? Wir erklären dir alles rund um das wichtige Thema.

Was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie handelt es sich um eine Erkrankung, die auf einer fehlgeleiteten Abwehrreaktion des Körpers beruht. Im Normalfall ist die Aufgabe des menschlichen Immunsystems, den Körper vor fremden Substanzen, wie beispielsweise Krankheitserregern, zu schützen.

Das Immunsystem erkennt diese Substanzen als gefährlich an und wehrt sie ab. Liegt eine Allergie vor, dann stuft das Abwehrsystem – häufig nach wiederholtem Kontakt – harmlose körperfremde Substanzen wie Pollen oder Milben als gefährlich ein. Es werden Antikörper gegen diese Stoffe, sogenannte Allergene, gebildet. Diese Abwehrreaktion verursacht zahlreiche Entzündungsprozesse im Körper, die sich dann in den typischen Beschwerden zeigen.

Hat das Immunsystem einmal so reagiert, speichern die Plasmazellen die Information über den Auslöser in Antikörpern, sodass beim nächsten Kontakt mit der fremden Substanz die Reaktion schneller eintritt und heftiger erfolgt.

Was sind die Auslöser einer Allergie?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort, weil es keine vollständig gesicherten Erkenntnisse darüber gibt. Allerdings gibt es einige Faktoren, die Einfluss auf die Entstehung haben können.

Umweltfaktoren

Immer mehr Menschen sind größeren Umweltfaktoren ausgesetzt. Durch steigende Luftverschmutzungen, Staubbelastungen in bestimmten Berufen oder einer ungesunden Ernährung wird das Immunsystem leicht überfordert und eine Allergie schneller  ausgelöst.

Vererbung

Es gibt über 100 verschiedene Genvarianten, die die Entstehung von Allergien begünstigen können. Das heißt natürlich nicht, dass diese Menschen immer Allergien entwickeln. In Kombination mit schlechten Umweltfaktoren wird die Entwicklung allerdings gefördert.

Gibt es verschiedene Allergie-Typen?

Bei Allergien wird in vier verschiedene Typen unterschieden.

Typ-I-Allergie (Soforttyp)

Bei dem Typ-I-Allergietypen treten innerhalb von Sekunden bis Minuten Symptome auf. Heuschnupfen, Insektengiftallergien oder Tierhaarallergien zählen zu diesem Allergietypen.

Typ-II-Allergie (zytotoxischen Reaktionstyp)

Innerhalb weniger Stunden treten bei dem Typ-II-Allergietypen erste Symptome auf. Diese Allergie kann beispielsweise nach Bluttransfusionen auftreten. Auslöser können auch Medikamente sein.

Typ-III-Allergie (Immunkomplextyp)

Bei dem Typ-III-Allergietypen kommt es innerhalb von Stunden zu allergischen Reaktionen. Die Farmerlunge (eine Erkrankung der Lunge, die häufig bei Landwirten auftritt) ist ein Beispiel für eine Typ-III-Allergie.

Typ-IV-Allergie (verzögerter Reaktionstyp)

Die Typ-IV-Allergie wird auch als „Spättyp“ bezeichnet. Hier kommt es nach Stunden oder Tagen zu Symptomen. Unter anderem zählt die Nickelallergie dazu.

Häufigster Allergietyp: Typ-I-Allergie

Die Typ-I-Allergie ist der häufigste Allergietyp. Die Allergie entsteht in zwei Phasen: In der ersten Phase – der Sensibilisierung – kommt der Körper zum ersten Mal mit dem Allergen in Kontakt. Es wird als körperfremd erkannt und Antikörper gebildet. In dieser Phase haben Betroffene noch keine Symptome.

In der zweiten Phase, wenn der Körper erneut in Kontakt mit den Allergenen kommt, wird dieses vom Immunsystem wiedererkannt. Es kommt zu einer starken Histaminausschüttung (ein Botenstoff für Entzündungsreaktionen) und zu den typischen Reaktionen.

Welche Arten von Allergien gibt es?

Wie schon erwähnt, gibt es viele verschiedene Allergien. Wir beschäftigen uns mit den Allergien, die durch die Atemwege auftreten.

Heuschnupfen

Was ist der Auslöser?

Die am meisten verbreitete Allergie in Deutschland ist Heuschnupfen. Diese Pollenallergie ist eine allergische Reaktion des Körpers auf Allergene wie Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Wildkräutern. Das Immunsystem stuft harmlose Pollen als gefährlich ein. Daraufhin werden, wie schon beschrieben, Antikörper gebildet, die beim nächsten Kontakt für eine allergische Reaktion sorgen, zum Beispiel eine laufende Nase und juckende Augen.

Personen mit Heuschnupfen sind in der Regel nur saisonal davon betroffen, abhängig vom Pollenflug. Wann welche Pollen fliegen, kann in einem Pollenflug-Kalender abgelesen werden. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst bietet beispielsweise ein App an, die den Pollenflug bestimmt. Außerdem können auch das Wetter und die Region, in der man sich aufhält, entscheidend sein.

Was sind die Symptome von Heuschnupfen?

Bei der Pollenallergie gibt es klassische Beschwerden, unter denen die Betroffenen im Normalfall immer leiden.

  • Laufende, juckende oder verstopfte Nase
  • Tränende, juckende oder geschwollene Augen
  • Juckreiz im Hals oder Husten
  • Atembeschwerden
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber

Wie feststellen, ob man wirklich allergisch ist?

Um herauszufinden, ob du tatsächlich eine Pollenallergie hast, wird bei einem Allergologen in der Regel ein Pricktest gemacht. Dabei werden verschiedene Allergene am Unterarm in die Haut gebracht. Nach ungefähr 20 bis 30 Minuten wird die Haut abgewischt und das Ergebnis abgelesen. Je stärker die Rötung und Quaddelbildung an den Einstichstellen, umso stärker ist die allergische Reaktion. Du bekommst also schon nach kürzester Zeit das Ergebnis, ob du gegen Pollen (und auch im Detail gegen welche Pollen!) du allergisch bist.

Hinweis: Alternativ kannst du dich auch selbst auf Pollen testen, zum Beispiel mit dem Selbsttest von Marktführer Cerascreen. Den findest du hier.

Wie wird eine Pollenallergie behandelt?

Um die Symptome kurzfristig zu lindern, können Betroffene Antihistaminika einnehmen. Die Wirkungszeit dieser Medikamente ist in der Regel sehr kurz, da die Entzündungsbotenstoffe blockiert werden.

Eine langfristige Besserung erhalten Patienten dadurch allerdings nicht, das Medikament bekämpft ausschließlich die kurzfristigen Symptome.

Hier findest du passende Produkte in einer Online-Apotheke:

Informiere dich bitte vorher gut, welche Medikamente du einnehmen solltest oder lass dich von deinem Arzt oder Apotheker beraten.

Langfristig ist eine Immuntherapie (Desensibilisierung) eine Möglichkeit, um gegen die Allergie anzukämpfen. Die Pollenallergie wird dabei ursächlich behandelt und nicht nur symptomatisch. Der Patient bekommt das Allergen in regelmäßigen Abständen in steigender Dosis zugeführt.

Dadurch baut das Immunsystem, wenn die Therapie anschlägt, mit der Zeit die Überempfindlichkeit gegenüber dem Allergen ab. Die Therapie dauert bis zu drei Jahre. Sie wird besonders bei Kindern und Jugendlichen empfohlen.

Welche Tricks gibt es für die Wohnung?

  • Sauge möglichst einmal am Tag deine Teppiche und Polstermöbel, am besten funktioniert das mit einem speziellen Staubsauger mit Pollenfilter.
  • Bringe Pollenschutzgitter vor deinen Fenstern an.
  • Lüfte deine Wohnung wenn es regnet, die Feuchtigkeit reinigt die Luft von Pollen.
  • Wasche deine Haare abends vor dem Zubettgehen, um alle Pollen weg zu waschen.
  • Pflege mit einer Nasendusche morgens und abends deine Nasenschleimhäute.
  • Ziehe deine Kleidung, die du am Tag draußen getragen hast, vor Betreten deines Schlafzimmers um.

Auf welche Dinge sollte ich bei Heuschnupfen verzichten?

  • Vermeide Spaziergänge, die durch Wiesen und Felder führen.
  • Verzichte bei warmem, trockenem und windigem Wetter auf sehr lange Aufenthalte im Freien.
  • Halte die Fenster möglichst geschlossen.
  • Trockne deine Kleidung möglichst nicht im Freien, da die Pollen leicht an der Kleidung haften.
  • Vermeide es beim Autofahren die Fenster zu öffnen.

Hausstauballergie

Was ist der Auslöser?

Die Hausstauballergie gehört neben dem Heuschnupfen zu den am meisten verbreiteten Allergien in Deutschland. Der Name ist allerdings irreführend. Denn Betroffene sind nicht gegen den normalen Hausstaub allergisch, sondern gegen die Hausstaubmilben, genauer gesagt den Kot der Milben.

Anders als bei der Pollenallergie, sind Allergiker der Hausstauballergie ganzjährig und nicht nur saisonal von der Allergie betroffen. Hausstaubmilben sind kleine Tiere, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Die harmlosen Tiere ernähren sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen und Haaren. Ihr Kot lagert sich bevorzugt in Stoffen ab.

Das Immunsystem von Allergikern reagiert mit einer Überschussreaktion auf den Kot der Milben. Dieser trocknet, zerfällt und mischt sich unter den Hausstaub.

Was sind die Symptome?

Die Symptome einer Hausstauballergie unterscheiden sich kaum von denen einer Erkältung. Aus dem Grund bleibt eine Allergie oft lange unentdeckt.

  • Rote, juckende und tränende Augen
  • Schnupfen
  • Niesen
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Atemnot

Halten die Beschwerden das ganze Jahr über an und sind nachts und am Morgen am stärksten, deutet das auf eine Hausstauballergie hin und sollte von einem Arzt abgeklärt werden.

Mit dem Selbsttest von Cerascreen kannst du dich bequem von Zuhause auf Hausstauballergie testen. Den Test findest du hier.

Wie wird eine Hausstauballergie behandelt?

Auch bei einer Hausstauballergie können Betroffene mit Antihistaminika kurzfristig die Beschwerden lindern. Hier gilt, wie auch bei der Pollenallergie, dass die Symptome nicht auf Dauer entfernt werden.

Hier findest du die passenden Produkte:

Informiere dich bitte vorher gut, welche Medikamente du einnehmen solltest oder lass dich von deinem Arzt oder Apotheker beraten.

Ähnlich wie bei der Pollenallergie, ist eine Desensibilisierung auf Dauer eine Möglichkeit, um gegen die Allergie anzukommen. Der Vorgang ist der gleiche: Nach und nach werden immer höhere Dosen des Allergens der betroffenen Person zugeführt. Der Körper gewöhnt sich mit dieser Immuntherapie an den allergieauslösenden Stoff. Der Prozess kann allerdings mehrere Jahre dauern.

Welche Tricks gibt es für die Wohnung?

  • Lüfte deine Wohnung und insbesondere die Betten oft und gründlich.
  • Wasche dein Kopfkissen und die Bettdecken häufig (am besten bei 95 °C als Kochwäsche).
  • Verwende eine Schaumstoffmatratze und Encasings (allergenundurchlässige Hüllen für Betten und Matratzen, die häufig sogar von der Krankenkasse übernommen werden).
  • Kuscheltiere von deinen Kindern regelmäßig waschen.
  • Kaufe dir einen Staubsauger mit Mikrofilter. Dieser verhindert, dass der Staub mit den Allergenen wieder in die Luft gelangt.

Auf welche Dinge sollte ich bei einer Hausstauballergie verzichten?

  • Nutze keine Decken und Kopfkissen, die mit Federn gefüllt sind.
  • Wechsel deine Matratze nach spätestens acht Jahre aus.
  • Verzichte möglichst auf Teppiche, Gardinen und Polstermöbel (besser sind glatte Möbel wie Ledermöbel)
  • Falls du nicht auf diese Möbel verzichten willst, solltest du sie regelmäßig mit einem Anti-Milben-Spray behandeln.
  • Generell solltest du darauf achten, dass in deiner Wohnung nicht zu viele Sachen herumstehen, an denen sich der Staub festsetzen kann.

Tierhaarallergie

Was ist der Auslöser?

Bei einer Tierhaarallergie löst der Kontakt mit einer bestimmten Tierart oder deren Haaren eine allergische Reaktion aus. Allerdings ist auch hier der Name irreführend. Denn nicht die Tierhaare selbst lösen die Allergie aus, sondern Proteine aus Hautschuppen, Kot, Urin, Speichel oder Tränenflüssigkeit der Tiere, die an deren Haaren haften.

Wenn Tiere in einem Haushalt leben, sind deren Allergene überall zu finden. Außerdem haften sie an der Kleidung. Es kann also sein, dass ein Allergiker bereits bei Kontakt mit einem Katzenhalter allergisch reagiert.

Das Immunsystem reagiert mit einer überschießenden Abwehrreaktion: Antikörper werden gebildet und Mastzellen schütten in großen Mengen Histamin aus. Dadurch entstehen die typischen allergischen Symptome.

Was sind die Symptome?

Die Symptome treten häufig sofort nach Kontakt mit dem Tier auf. In vielen Fällen reicht es schon aus, einen Raum zu betreten, in dem sich viele Tierhaare befinden. Der Betroffene muss niesen und die Nase läuft.

Auch Reaktionen der Haut und der Augenschleimhäute sind möglich, es kann zu Juckreiz und Tränenfluss kommen. Die Symptome können mit denen einer Bindehautentzündung verglichen werden. Zusätzlich können auch Husten, Atemnot und allergisches Asthma auftreten.

Wie wird eine Tierhaarallergie behandelt?

Wie auch bei der Pollenallergie und der Hausstauballergie, helfen Antihistaminika, die Beschwerden vorübergehend zu lindern. Sie beseitigen jedoch nicht die Allergie selbst.

Wenn du von Zuhause aus testen möchtest, ob du unter einer Tierhaarallergie leidest, kannst du das ganz bequem mit dem Cerascreen-Test machen. Den findest du hier.

Hier findest du die passenden Produkte:

Informiere dich bitte vorher gut, welche Medikamente du einnehmen solltest oder lass dich von deinem Arzt oder Apotheker beraten.

Für die Personen, die unter starken Beschwerden leiden, eventuell aber nicht auf ihr Haustier verzichten möchten, kommt eine Hyposensibilisierung in Frage. Auch hier dauert die Therapie mehrere Jahre. Die besten Erfolge erzielen Allergologen bei einer Katzenhaarallergie. Die Hyposensibilisierung einer Tierhaarallergie geht an vielen Patienten allerdings nicht spurlos vorbei. Häufig kommt es zu Nebenwirkungen wie Ausschlag und Juckreiz.

Welche Tricks gibt es für die Wohnung?

  • Bade dein Haustier mindestens ein Mal pro Woche.
  • Halte möglichst viele Wohnräume oder zumindest das Schlafzimmer komplett tierfrei.
  • Reinige die Wohnung täglich mit einem Staubsauger mit Mikrofilter.
  • Bestenfalls übernimmt eine Person die Reinigung deiner Wohnung, die nicht allergisch ist.

Auf welche Dinge sollte ich bei einer Tierhaarallergie verzichten?

  • Vermeide jeden Kontakt zu dem Tier, das bei dir eine allergische Reaktion auslöst.
  • Ist der Kontakt nicht vermeidbar oder nur von kurzer Dauer, solltest du deine Medikamente dabei haben.
  • Verzichte auf Materialien, die aus Tierhaaren bestehen.
  • Es könnte auch bei einem Besuch im Tierpark oder Zoo zu einer allergischen Reaktion kommen. Plane diese Ausflüge um oder habe entsprechende Medikamente dabei.

Fazit: Mit kleinen Tricks zu großen Erfolgen

Eine Allergie, ganz egal welche, bedeutet immer eine Einschränkung für das tägliche Leben. Betroffene müssen häufig täglich Medikamente nehmen oder Nasenspray benutzen, können keine Haustiere halten oder im Sommer den ganzen Tag draußen verbringen.

Mit ein paar kleinen Tricks, wie beispielsweise geschlossenen Fenstern im Sommer, die Kleidung nicht draußen zu trocknen und die Haare Abends vor dem Schlafen zu waschen, können einen deutlichen Unterschied machen.

Auch Hilfsmittel wie ein Staubsauger mit Mikrofilter, Nasenduschen oder Pollenschutzgitter können Betroffenen helfen. Mit ein paar Veränderungen im Alltag kann die Allergie so zwar nicht bekämpft, aber erleichtert werden.

Über den Autor

Christina

Christina Widner ist Service-Redakteurin bei BASIC thinking, Mobility Mag und BASIC fitness.

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